KADER-UMBAU BEIM FCB: WER KOMMEN UND WER GEHEN SOLL

Von Andreas Reiners

Verhindern lässt sich Trara beim FC Bayern nie. Keine Chance.

Der FC Hollywood hat immer das eine oder andere Schauspiel zu bieten. Im Moment gehört den Transfers und deren Planung die Bühne beim FCB, die Hauptrollen haben die Kaderplaner um Sportvorstand Max Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Vincent Kompany inne.

Doch da am Freitag in München mit dem Spiel zwischen Deutschland und Schottland (ab 21 Uhr im Liveticker) die EM startet, rücken die Bayern zumindest ein bisschen in den Hintergrund.

Die Verantwortlichen können daher fast schon in Ruhe an der Mannschaft für die neue Saison arbeiten. Denn nach einem Kurz-Urlaub des neuen Coaches soll es jetzt ans Eingemachte gehen.

ran zeigt den Stand der Dinge beim Rekordmeister.

FC Bayern: Mia san mia-Mentalität

Eine wichtige Basis des Erfolgs ist beim FC Bayern seit jeher die Mia san mia-Mentalität. Die war zuletzt verloren gegangen und soll unter Eberl neu belebt werden.

Das Team soll darauf eingeschworen werden, indem die Identifikation mit dem Klub ebenso verstärkt wird wie das Gefüge selbst.

Die Achse wird verjüngt und besteht aus Schlüsselspielern wie Josip Stanisic (der nach der Leihe aus Leverkusen zurückkommt), Aleksandar Pavlovic, Jamal Musiala und Leroy Sane, aber auch Routiniers wie Harry Kane.

Allerdings ist ein weiterer Leistungsträger und Führungsspieler, der zu der Achse passen würde, bereits im Anflug.

FC Bayern: Umbau in der Defensive

Die Bayern sind sich mit Leverkusens Jonathan Tah über einen Wechsel einig, Knackpunkt ist allerdings die Ablöse für den Nationalspieler.

Auch bei Hiroki Ito, linksfüßiger Innenverteidiger des VfB Stuttgart, soll ein Deal kurz bevor stehen. Dank einer Ausstiegsklausel könnten die Bayern den 25 Jahre alten Japaner für 30 Millionen Euro von den Schwaben loseisen.

Allerdings würden die Münchner im Gegenzug wohl auch einen Spieler abgeben. Immer konkreter wird, dass die Bayern Matthijs de Ligt trotz einer guten Saison verkaufen würden. Beziehungsweise gerade deswegen.

Denn durch einen Verkauf des Niederländers könnten die Bayern vergleichsweise hohe Einnahmen generieren und zudem das hohe Gehalt des 24-Jährigen einsparen. Außerdem soll Kompany große Stücke auf den umstrittenen Dayot Upamecano halten.

Sorgenkind Min-jae Kim ist hingegen kein Verkaufskandidat, der Südkoreaner bekommt nach einem schwierigen ersten Jahr eine zweite Saison. Alleine schon deshalb, weil der FCB 50 Millionen Euro für den 27-Jährigen ausgegeben hat.

Anders ist die Situation beim vielseitig einsetzbaren Noussair Mazraoui. Zum einen durch die Rückkehr von Stanisic, aber auch, weil der FC Bayern erst im Winter Sacha Boey für 30 Millionen Euro als Alternative in den Kader geholt hat.

Auf der Linksverteidiger-Position hängt vieles davon ab, ob Alphonso Davies zu Real Madrid geht oder nicht. Der neueste Wasserstand: Die Bayern und die Davies-Seite sollen wieder konkret über eine Verlängerung des bis 2025 laufenden Vertrags sprechen. Auch, weil Kompany den 23-Jährigen offenbar halten will.

Parallel dazu sollte aber Theo Hernandez von der AC Mailand der Königstransfer des Sommers werden. Mit dem Franzosen sollen sich die Bayern einig sein, eine hohe Hürde stellen aber die Ablöseverhandlungen mit den Italienern dar, die angeblich über 60 Millionen Euro fordern.

Günstigere Optionen wie Adrien Truffert von Stade Rennes sind daher ebenfalls ein Thema.

FC Bayern: Die Palhinha-Saga

Der ewige Palhinha! Die Bayern wollen ihren Wunsch-Sechser weiterhin und sollen das Angebot laut Fabrizio Romano noch einmal nachgebessert haben.

Bislang bieten die Bayern für den Portugiesen, den Ex-Trainer Thomas Tuchel als "Holding Six" unbedingt wollte, angeblich 35 bis 40 Millionen Euro. Zu wenig für den FC Fulham.

Gut möglich, dass bei der Personalie noch vor der EM entscheidende Bewegung reinkommt. Mit dem 28-Jährigen war man sich im vergangenen Winter ja schon einig.

FC Bayern: Umbau in der Offensive

Nach dem Abgang von Eric Maxim Choupo-Moting benötigen die Bayern Ersatz, auch im Hinblick auf Pausen für Harry Kane oder gar eine mögliche Verletzung des 30-Jährigen.

Wie dringend die Bayern Personal auf der Position benötigen, zeigt die Tatsache, dass es im Fall von Mathys Tel eine Rolle rückwärts gab. Das Sturm-Juwel darf nun doch nicht zu den Olympischen Spielen, nachdem der Klub zunächst die Freigabe erteilt hatte.

Doch die Bayern sind weiter auf der Suche. Aktuelles Gerücht: Ademola Lookman soll laut "Sky" auf der Bayern-Liste stehen. Der 26-Jährige von Atalanta Bergamo, der im Europa-League-Finale Bayer Leverkusen beim 3:0 im Alleingang abschoss, wäre dabei nicht nur Kane-Backup, sondern könnte offensiv flexibel eingesetzt werden.

Seit geraumer Zeit wird den Bayern auch Interesse an Stuttgarts Shootingstar Chris Führich nachgesagt, er besitzt einen Vertrag beim VfB bis 2028, aber angeblich auch eine Ausstiegsklausel über 26 Millionen Euro.

Das würde dazu passen, dass die Bayern bei zwei Außen gesprächsbereit wären. Denn für Serge Gnabry und Kingsley Coman sollen Abnehmer gesucht werden. Bei Gnabry würden die Bayern ein extrem hohes Gehalt (angeblich 19 Millionen Euro) einsparen, der ähnlich teure Coman ist den Machern zu verletzungsanfällig.

FC Bayern: Wer soll noch alles gehen?

Zwei prominente Namen werden bei den Abgängen immer wieder genannt. Leon Goretzka ist ebenso wenig gesetzt wie Joshua Kimmich.

Mit Letzterem wurden noch keine Gespräche über eine Verlängerung seines bis 2025 laufenden Vertrages geführt. Er müsste wohl auf Geld verzichten, wenn er bei den Bayern bleiben möchte.

Nicht nur bei den beiden bereits unter Tuchel nicht mehr unumstrittenen Führungsspielern werden die kommenden Wochen zeigen, wohin die Reise geht.

Nebengeräusche inklusive. Denn verhindern lässt sich Trara beim FC Bayern nie. Auch nicht während einer EM.

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