KOMMENTAR: DARUM IST CAN DIE RICHTIGE WAHL

Vom DFB-Team berichtet Tobias Hlusiak

Emre Can. Diesen Namen dürften nicht viele auf der Liste gehabt haben.

Der Bundestrainer aber schon.

Und als das bittere EM-Aus für den erkrankten Bayern-Jungstar Aleksandar Pavlovic am Mittwochmittag feststand, hatte Julian Nagelsmann sogar dessen Nummer parat.

Der BVB-Kapitän Can rutscht so zwei Tage vor Turnierbeginn noch in den Kader des Gastgebers. Schon überraschend.

Aber auch nachvollziehbar, wenn man die Parameter anlegt, die offenbar ausschlaggebend waren.

Nagelsmann will Sechser mit Erfahrung

"Wir wollten noch jemanden, der viele Spiele absolviert hat, der weiß, mit dem Druck umzugehen", erklärte der Bundestrainer.

Nagelsmann hat in den Wochen der Vorbereitung mit seiner Mannschaft offenbar Schwächen ausgemacht. Diese versucht er nun zu schließen.

Für den Fall, dass Robert Andrich ausfällt, braucht diese Mannschaft einen weiteren klaren Sechser. Das ist wichtig, um die Konterabsicherung zu garantieren.

Sowohl gegen die Ukraine als auch Griechenland präsentierte sich die Mannschaft auch durch die Mitte erstaunlich anfällig für schnelle Gegenstöße - auch nach der Einwechslung von Matchwinner Pascal Groß, den viele nicht als echten Sechser sehen.

Goretzka ist eher ein Achter

Auch Leon Goretzka - den viele Fans nach Pavlovics Aus reflexartig forderten - ist eher ein Achter und wird vom Bundestrainer wohl auch deshalb erneut ignoriert.

Und dann ist da noch die Sache mit der Erfahrung.

Ganz offensichtlich hat Nagelsmann das Gefühl, dass sein dann doch relativ junger und auf diesem Niveau unerprobtes Gerüst einen weiteren Stützpfeiler gebrauchen könnte.

Can hat immerhin schon zwei Europameisterschaften als Kaderspieler in den Knochen, kommt auf 43 Länderspiele insgesamt.

Stiller und Co. noch zu unerfahren

Die alternativ gehandelten Angelo Stiller, Grischa Prömel oder auch Anton Stach wären allesamt "Neulinge" gewesen. Aus dem Trio hat nur der Hoffenheimer Stach zwei Einsätze für die A-Elf auf dem Buckel - mit insgesamt gerade mal 31 Minuten.

Natürlich überrascht es, dass der Bundestrainer nun einen Spieler nachnominiert, den er sowohl bei den Maßnahmen im November als auch im März übergangen hatte. 

Aber eben nur auf den ersten Blick.

Nagelsmann muss so kurz vor dem Turnier wissen, wo der Schuh drückt. Und wenn ein erfahrener Sechser genau das ist, was seine Mannschaft benötigt, dann ist Emre Can eben derjenige, dessen Nummer er wählen muss.

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